Hand.Kopf.Werk. 2018: Uhrmachermeister Albert Gilli (Foto Martin Baumann)

Hand.Kopf.Werk. 2018: Ein Interview mit Uhrmachermeister Albert Gilli

Bereits zum fünften Mal findet von 11. bis 28. April 2018 das Handwerks- und Designfestival Hand.Kopf.Werk. statt. Die kreativen Köpfe und die Macher der Salzburger Altstadt werden vor den Vorhang geholt. Autor Wilfried Kropp hat mit einem davon, Uhrmachermeister Albert Gilli, über seine Liebe zum Beruf gesprochen. Außerdem finden heuer erstmals im Rahmen von Hand.Kopf.Werk. am 27. und 28. April die Designtage statt. 

Wo sonst, als in der Salzburger Altstadt findet sich die geballte Ladung an handwerklichem Können, außergewöhnlicher Kreativität und exzellenten Serviceleistungen. Die Veranstaltungsreihe Hand.Kopf.Werk. stellt auf einzigartige Art und Weise traditionelles Handwerk neben moderne, kreative Arbeit und greift so den do-it-yourself-Trend auf. Die Bandbreite – von Workshops, über Vorträge, bis hin zu Beratungen, Führungen und Touren – und der Umfang der 200 Veranstaltungen, die größtenteils kostenfrei, in jedem Fall aber erschwinglich sind, spiegelt genau jene Lebendigkeit und Vielfalt wider, wie sie nur im Herzen einer Stadt und insbesondere in Salzburg zu erleben ist.

Dass auch klassisches Handwerk nach wie vor seine Berechtigung hat, zeigt sich in Vielzahl und Vielfalt der Handwerksbetriebe in der Salzburger Altstadt. Zu den „Meistern“, die Einzigartiges und Außergewöhnliches schaffen, gesellen sich die „Kopfwerker“. Kreative Köpfe und Dienstleister wie Agenturen oder Architekten zählen ebenso dazu, wie das Angebot alternativer Körperbehandlung, oder von Coaches und Mediatoren.

Entsprechend vielgestaltig ist das Programm des Handwerks- und Designfestivals Hand.Kopf.Werk. Auch heuer dürfen die beliebten Rundgänge zu Handwerksbetrieben in den Altstadtvierteln nicht fehlen! Alle TeilnehmerInnen sind eingeladen die Salzburger Altstadt neu zu erleben und eigenes kreatives Potenzial zu entdecken!

Special: Designtage

Den krönenden Abschluss von Hand.Kopf.Werk. bildet heuer erstmals ein Design-Special am 27. und 28. April mit Talks, Touren und Ausstellungen, zu Gast ist u.a. der international renommierte Produktdesigner Thomas Feichtner. Mehr dazu in einem der nächsten Blogbeiträge!

Mit Herzblut – Ein Interview von Wilfried Kropp mit Albert Gilli

Albert Gilli (c) Wilfried Kropp
Albert Gilli (c) Wilfried Kropp

Der ruhige Uhrmachermeister Gilli kann auch ganz schön energisch werden: „Wer so ein Kulturgut wie eine antike Uhr besitzt, sei es aus altem Familienbesitz oder selbst erworben, sollte sich auch darum kümmern und sie pflegen.“ Und das sagt er nicht aus Geschäftsinteresse, sondern aus Respekt vor den mechanischen Kunstwerken, die vor mehreren Generationen, teilweise vor Jahrhunderten entstanden sind.

In seiner Werkstatt in der Müllner Hauptstraße restauriert er alte mechanische Uhren. Die Werkstatt, in der der rote Adneter Marmor-Boden für eine warme Atmosphäre sorgt, ist vollgestellt mit alten Uhren, Werkzeug, Ersatzteilen. Albert Gillis Arbeitsplatz ist klein, aber für seine „Patienten“ braucht er nur gutes Licht und eine kleine Ablagefläche.

„Uhrmacher sind eigentlich Spinner,“ meint Gilli selbstironisch. Sie plagen sich mit kleinsten Teilen herum, mit den merkwürdigsten Komplikationen, mit Erfindungen früherer Meister. Ob sich das je auszahlt, steht auf einem anderen Blatt: „Reich kann man damit nicht werden, aber zufrieden.“

„Uhren sind altes Kulturgut“

Albert Gilli ist gut beschäftigt. Kirchen und Klöster, Adelsfamilien und auch ganz normale bürgerliche Familien bringen ihre reparaturbedürftigen Kunstwerke zu ihm. Aber auch Liebhaber zeitgenössischer mechanischer Armbanduhren lassen ihre Uhren bei Albert Gilli überholen. Uhren sind altes Kulturgut: „Sie spiegeln die Zeit wider, in der sie hergestellt wurden.“ An manchen alten Uhren beispielsweise aus der Barockzeit, arbeitet er mehrere Jahre, bis auch jede Komplikation wieder funktioniert.

Albert Gilli bietet das gesamte Spektrum an uhrmacherischen Leistungen an, weil er in seiner Werkstatt in Mülln eigentlich alles selbst herstellen kann. Kaputte Teile aus Metall kann er nachbauen. Gehäuse aus Holz werden sorgsam gereinigt und mit alten, bewährten Pflegemitteln und Lacken versiegelt. Auch Vergoldungen kann er anbieten. Er schätzt, dass er 70 Prozent der schadhaften Teile nachbauen kann; die restlichen 30 Prozent bezieht er über ein Netzwerk befreundeter Uhrmacher.

Welche Empfehlungen gibt der Fachmann den BesitzerInnen älterer mechanischer Uhren? „Mechanische Großuhren sollten alle sieben bis acht Jahre überprüft und nachgeölt werden, denn Öle verharzen mit der Zeit und können die Zahnräder beschädigen.“ In einem ähnlichen Zeitintervall sollten auch mechanische Armbanduhren gewartet werden.

Was die TeilnehmerInnen am 19. April und am 20. April bei Hand.Hopf.Werk. erwartet: Albert Gilli zeigt sein gesamtes Leistungsspektrum. Er bietet den BesitzerInnen alter Uhren an, das Alter und den Zustand ihrer Uhr zu bestimmen. Wer seine Uhr selbst nicht mitbringen kann, kann auch ein Foto vorzeigen.

Jetzt anmelden:

Hand.Kopf.Werk. bei Albert Gilli, Müllner Hauptstraße 17
Was Sie über Ihre antike Uhr wissen sollten
Wann: Do, 19. April von 14-17 Uhr
Altersbestimmung, Fehleranalyse, Einzelberatung
Anmeldung unbedingt erforderlich: Tel 0662 43 54 00

Freitag, 20. April 2018 um 13 Uhr und um 16 Uhr
Altstadt.Tour II
Geschichten über Häuser. Menschen und Handwerk in Mülln
Bei diesem von einer Fremdenführerin geleiteten Rundgang durch Mülln haben Sie Gelegenheit, hinter die Kulissen traditionsreicher (Handwerks-) Betriebe zu blicken und Wissenswertes über einzelne Gebäude zu erfahren.

Station 1: PFARRE MÜLLN | MÜLLNER KIRCHE AUFSTIEG MÜLLNER KIRCHTURM
Der Aufstieg auf den Müllner Kirchturm steht am Beginn dieser kleinen Stadteilwanderung. Genießen Sie diesen einmaligen und wunderbaren Ausblick.
Station 2: MALERMEISTER PAUL BONFILS WERKSTATTBESUCH
Neben klassischen Malerarbeiten ist Paul Bonfils vor Allem Spezialist für Patina-Arbeiten, Ölvergoldungen und Feinmalerei und fertigt aus alten Grabkreuzen, Gittern, Toren oder Zäunen mit Hilfe von Farbimitationen wie Schmiedebronze, Grünspan oder Rostoptik einzigartige Meisterstücke.
Station 3: UHRMACHERMEISTER ALBERT GILLI WERKSTATTBESUCH
Der Uhrmachermeister wendet viel Geduld und Akribie für jedes Uhrenteil auf, denn die Aufrechterhaltung des traditionsreichen und alten Uhrmacherhandwerkes ist Herrn Albert Gilli ein besonderes Anliegen.
Station 4: BUCHHANDLUNG SORGER EINBLICK IN EIN TRADITIONSGESCHÄFT
Neben dem medizinischen und psychologischen Schwerpunkt des Sortiments, findet sich auch eine erlesene Auswahl an Kinder und Unterhaltungsliteratur.

Bei Führung um 16 Uhr zusätzlich Station 5: NAKED TRUST TATTOO BESUCH IM TATTOO STUDIO
Seit 1996 steht in Salzburg ein Name untrennbar mit Tattoo und Körperkunst in Verbindung: Bernhard Leopold (Leo) und seine „Naked Trust“-Crew in Mülln. Besuchen Sie den weit über die Grenzen Österreichs bekannten Tätowierer und Gründer des ersten offiziellen Tattoo- und Piercing-Studios am Müllner Hügel.

Treffpunkt: Pfarre Mülln (vor der Kirche), Augustinergasse 4
Dauer: ca. 2 Stunden | Max. 10 Personen Anmeldung: Altstadt Salzburg Marketing GmbH T. 0662 845453 oder office@salzburg-altstadt.at

Bestellen Sie jetzt kostenlos das Programmbuch von Hand.Kopf.Werk. unter office@salzburg-altstadt.at

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