Mozartwoche 2018: Maren Hofmeister, künstlerische Leiterin der Stiftung Mozarteum (Foto Wolfgang Lienbacher)

Mozartwoche 2018 – 26. Jänner bis 4. Februar 2018

Ein Beitrag zur Mozartwoche 2018 von Maren Hofmeister, künstlerische Leiterin der Stiftung Mozarteum

Nach einem erfolgreichen DIALOGE-Festival freue ich mich auf einen weiteren Höhepunkt während meiner Zeit als künstlerische Leiterin bei der Stiftung Mozarteum: Die Mozartwoche 2018! Hier wird Mozart in all seinen Facetten zu erleben sein. Jeder der internationalen Künstlerinnen und Künstler bringt seine eigene Art und Weise Mozart zu interpretieren mit. Somit wird die Mozartwoche zu einem hochkarätigen, funkelnden Fest für den großen Komponisten mit den unterschiedlichen, zurzeit existierenden, spannenden Mozart-Stilen.

Einblicke in das Leben Mozarts

Die Mozartwoche 2018 wirft einen Blick auf Mozarts Leben um die Jahre 1781/82. Für den 26-jährigen Wolfgang Amadé war diese Zeit ein wichtiger und prägender Lebensabschnitt. Er löste sich von seinem Vater, verließ Salzburg und zog als freischaffender Komponist nach Wien. Dort machte er mit seinem pianistischen Können Furore. Im Salon Baron van Swietens lernte er die Partituren Johann Sebastian Bachs kennen und beschäftigte sich intensiv mit dem Komponieren von Fugen.

1782 erlebte das Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ im Burgtheater eine umjubelte Uraufführung. Privat fand die Liebe von Wolfgang Amadé und Constanze ein Happy End im Wiener Stephansdom. Die beiden gaben sich am 4. August 1782 das Jawort.

Die Mozartwoche 2018 stellt nun Werke in den Mittelpunkt, die mit Mozarts ersten bewegten Jahren in Wien in Zusammenhang stehen. Dazu gehören die Bläserserenaden genauso wie seine Erfolgsoper „Die Entführung aus dem Serail“.

Neuinszenierung von „Die Entführung aus dem Serail“ mit René Jacobs

Für die Neuinszenierung von Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ konnten wir großartige Künstlerinnen und Künstler gewinnen. Der belgische Dirigent René Jacobs ist bekannt für seine besonderen Mozart-Interpretationen. In der „Entführung“ ist seine Erarbeitung des türkischen Klangbildes mit dem dazugehörigen großen Schlagwerkinstrumentarium ein einmaliges und seltenes Hörerlebnis. Mit „seinem“ Orchester Akamus (Akademie für Alte Musik Berlin) verbindet ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, die immer für höchste künstlerische Qualität steht.

Die Regisseurin Andrea Moses hat mit ihrer Inszenierung der „Meistersinger“ an der Berliner Staatsoper (2015) großen Eindruck bei mir hinterlassen, denn Moses bringt Menschen auf die Bühne. Sie zeichnet die Bühnenfiguren mit Charakter, Tiefe, Poesie und Humor. Andrea Moses geht bei ihren Arbeiten immer von der Musik aus und wird die Geschichte der „Entführung“ erzählerisch auf die Bühne bringen. Dafür hat sie ein herausragendes, junges Sängerensemble zur Seite, dass die Rollen nicht nur musikalisch verkörpert, sondern auch szenisch glaubwürdig die Charaktere und deren Seelenleben wiedergibt. Darunter sind Robin Johannsen, Julian Prégardin und der bekannte und beliebte deutsche Film- und Theaterschauspieler Peter Lohmeyer als Bassa Selim.

Impulse von Eva Menasse und Richard David Precht

Große Rollen in dieser Inszenierung der „Entführung“ werden die Themen Vergebung und Vergeltung spielen. Diesen beiden Themen werden die Schriftstellerin Eva Menasse, die gerade mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet wurde, und der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht nachgehen. Eva Menasse mit einer Rede zum „Auftakt zur Mozartwoche“ – eingebettet in ein Konzert mit Bläsern der Akademie für Alte Musik Wien. Und Richard David Precht im Round-Table Gespräch mit Gästen. Für mich zeigt sich darin wieder einmal mehr, wie zeitlos und aktuell Mozarts Werk ist.

Mozarts erste Jahre in Wien im Konzertprogramm

Die Konzerte des Festivals spiegeln ebenfalls Mozarts Anfangszeit in Wien deutlich wieder. Werke von Johann Sebastian Bach und seiner Söhne ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm. Ebenso wie die Stücke anderer Zeitgenossen Mozarts. In den Konzerten der Wiener Philharmoniker werden wir auf die Komponisten Elgar, Bizet und auch auf Tschaikowski treffen. Das in jeweils sehr spannenden Kombinationen mit den Werken Mozarts.

Die drei Dirigenten, von denen zwei ihr Debüt mit den Wiener Philharmonikern geben werden, lassen alle ein Stück ihrer Biografie mit in das Programm einfließen. Der Brite Robin Ticciati wird aus seiner Heimat das Violinkonzert von Edward Elgar mitbringen und mit Mozarts „Jupiter Sinfonie“ aufführen. Der Franzose Alain Altinoglu die mozartnahe „Sinfonie Nr 1“ von Bizet mit Werken Mozarts kombinieren. Und Valery Gergiev wird mit Werken von Tschaikowski, einem großen Mozart-Verehrer, dessen 125. Todestag gedenken.

Musik von Heute im Programm

Jörg Widmann wird anlässlich der österreichischen Erstaufführung seines Klarinettenquintetts in dem neuen Format „Porträt“ einen Schwerpunkt bilden. Ich freue mich, dass dieser universelle Musiker somit in drei unterschiedlichen Rollen zu erleben sein wird. Als Komponist, Interpret und erstmalig als Dirigent.

Zahlreiche Mozartwochen-Debütanten

Neben den etablierten und international bekannten Mozart-Interpretinnen und Interpreten werden auch einige Mozartwoche-Debütantinnen und Debütanten zu Gast in Salzburg sein die einen frischen Blick auf Mozart werfen. Das wird bei dem Pianisten David Fray, der Sopranistin Marlis Petersen, dem Orchester B´Rock, dem Schumann Quartett genauso wie bei dem Dirigenten Riccardo Minasi mit dem Mozarteumorchester spürbar sein.

Es ist natürlich großartig, wenn es den jungen Künstlerinnen und Künstler dann gelingt, ein ebenso junges Publikum für die Mozartwoche zu begeistern. Mit den Nachwuchsstars wird uns das hoffentlich glücken. Die Jüngsten, die Musikerinnen und Musiker in unserem Mozart Kinderorchester, schaffen es immer mit ihrer sprühenden Spielfreude eine unglaubliche Begeisterung im Saal herzustellen. Das Konzert stellt einen sehr besonderen Moment in der Mozartwoche dar. Es ist schön zu sehen, wie dort die ganz junge Generation so locker und unverkrampft mit Wolfgang Amadé umgeht und mit seiner Musik heranwächst.

Hier geht`s zum Programm-Download:

Fordern Sie hier Ihren Downloadlink an. Er wird Ihnen per E-Mail zugestellt!



Mozartwoche 26. Jänner bis 4. Februar 2018

www.mozarteum.at
Tickets:
Tel. +43 (0) 662 87 31 54
tickets@mozarteum.at

 

Weiterlesen