Tourismus Salzburg

Neues aus dem DomQuartier

Seit der feierlichen Eröffnung im Frühling 2014 zählt das DomQuartier zu den wichtigsten Anziehungspunkten der Salzburger Altstadt. SalzburgerInnen und BesucherInnen strömen in Scharen in den Raumkomplex von Dom und Residenz, um in die historische Welt der Salzburger Erzbischöfe einzutauchen. Von Anfang an hat die Salzburgerin Dr. Elisabeth Resmann diesen einzigartigen Kulturschatz verwaltet – und wird das Erbe von Herrschaftsgeschichte, Architektur und Kunst in die Zukunft führen. Sie hat uns dazu liebenswürdiger Weise einige Fragen beantwortet.

200 Jahre lang waren die Durchgänge zwischen der fürsterzbischöflichen Residenz, dem Dombereich sowie der Kunst-und Wunderkammer und dem Langen Gang nächst St. Peter verschlossen oder vermauert. Mit der Institution DomQuartier ist die ursprüngliche architektonische Einheit des Dom- und Residenzkomplexes – unter Einbeziehung des Benediktinerklosters St. Peter – wiederhergestellt.

DomQuartier 2018
Dommuseum © DomQuartier Salzburg / Foto: Wolfgang Lienbacher

Das DomQuartier ermöglicht einen Weg in der „oberen Etage“ und gewährt so prachtvolle Ausblicke auf die Stadt und die Stadtberge. Sowie faszinierende Einblicke in ihr kulturelles Herz. Die Residenzgalerie, die Prunkräume der Residenz, das Nordoratorium des Doms, das Dommuseum, die Lange Galerie von St. Peter sowie die Räumlichkeiten im verbindenden „Hofbogengebäude“  Wallistrakt ergeben zusammen ein 15.000 Quadratmeter großes Museum, das mit einer einzigen Eintrittskarte um 12 Euro besucht werden kann. Hier der Link zu Öffnungszeiten, Tickets und Preisen. In einem Interview mit Dr. Elisabeth Resmann  durften wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen.

DomQuartier 2018
Dr. Elisabeth Resmann, Geschäftsführerin DomQuartier © DomQuartier Salzburg

Vier Museen sowie die Burgen- und Schlösserverwaltung des Landes haben sich zu diesem barocken Gemeinschaftsmuseum zusammengeschlossen. Die beteiligten Museen – Residenzgalerie, Salzburg Museum (das die Sammlung Rossacher zur Verfügung stellt), Dommuseum und das Museum St. Peter – wollten formal eigenständig bleiben. Wie funktioniert nun die Zusammenarbeit der einzelnen „Hausherren“?

„Alle handelnden Personen haben viel Energie investiert in enge Kooperation und Kommunikation. Die Eigenständigkeit hat den Vorteil, dass alle das ihre einbringen können – und wenn man gut und respektvoll miteinander umgeht, entsteht daraus viel Positives, Lebendiges und Fruchtbares.

Wir diskutieren oft und intensiv. Das ist manches Mal natürlich kräftezehrend. Aber wenn wir den richtigen Weg gefunden haben, gehen wir ihn gemeinsam. In der errungenen Einigkeit werden große Kräfte frei, das ist unglaublich bereichernd. Wir wissen, dass wir als Gemeinschaft stark sind und Dinge auf den Weg bringen können.“

Die Initiativen des DomQuartiers sind äußerst vielfältig: Ausstellungs-Highlights, hochkarätige Konzerte, Barockfeste bis hin zur Zusammenarbeit mit dem Christkindlmarkt und der Vermietung der Prunkräume. Wer sind denn die Impulsgeber für die diversen Veranstaltungen und wo laufen die Organisationsfäden zusammen?

 „Auch in dieser Hinsicht stimmen wir uns miteinander ab. Sehr wichtig ist, dass die inhaltlichen Grundsätze und Konzepte ausschließlich bei uns liegen. Das DomQuartier ist kein Ort, der von außen bespielt wird. Damit stärken wir das Profil des Hauses und können uns Kooperationspartner aussuchen. Dazu gehören seit Neuerem die Salzburger Bachgesellschaft und das Institut für Alte Musik der Universität Mozarteum sowie das Salzburger Landestheater.“

DomQuartier 2018
Audienzsaal, Prunkräume Residenz zu Salzburg © Salzburger Burgen und Schlösser / Foto: Helge Kirchberger

Ohne den  Renaissance-Fürsten Wolf Dietrich von Raitenau gäbe es das DomQuartier wohl gar nicht. Man durchquert Gebäude, die unmittelbar auf den eigenwilligen Erzbischof und seine baulichen Visionen im 16. Jahrhundert zurückgehen. Was denken Sie, würde Wolf Dietrich zum DomQuartier und zur heutigen Situation seiner Stadt sagen. Stichwort: immer mehr Tourismus?

„Ich glaube, die heutige Offenheit des DomQuartiers, die Lebendigkeit, die jetzt herrscht, würde ihn freuen. Er war ja hoch gebildet, sehr aufgeschlossen, ging mit der Zeit. Es hätte ihm sicher gefallen, dass die gesamte Bevölkerung eingebunden werden kann, Frauen, Kinder, Randgruppen.

Von der Zunahme des Tagestourismus, der rasanten Flüchtigkeit, die damit einhergeht, wäre er wohl nicht so begeistert. Bis 23. April 2018 ist im DomQuartier übrigens eine interessante Ausstellung zum komplexen Leben und Wirken des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich zu sehen.“

Das DomQuartier setzt stark auf Kunst-Vermittlung. Zuletzt hat man im wahrsten Sinn des Wortes „aufgehorcht“ bei der Präsentation einer Musik-App, die BesucherInnen an den Originalschauplätzen der historischen Aufführungen mit 200 Jahren Musikgeschichte bekannt macht. Die Musik der Hofkomponisten – unter ihnen natürlich W. A. Mozart – wird genau dort gehört, wo sie einst erklungen ist. Wie gut werden solche Innovationen angenommen?

„Wir sehen die Vermittlung in der Tat als Kernaufgabe und orientieren uns an laufender Rückmeldung der Besucher. Es ist heute unumgänglich, mit Vermittlungsideen, Workshops und technischem Equipment immer am Puls der Zeit zu bleiben. Wir haben zum Beispiel Angebote für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder für Demenzkranke und gestalten eigene Programme für Flüchtlinge. Kinder können sich jeden Donnerstagnachmittag in unserem „Kunstlabor“ interaktiv mit der Geschichte und den Schätzen des DomQuartiers auseinandersetzen.“

DomQuartier 2018
Kunst- und Wunderkammer © DomQuartier Salzburg / Foto: Josef Kral

Wie würden Sie die wichtigen Ziele für die nahe Zukunft des DomQuartiers beschreiben?

„Mein großer Wunsch ist die strukturelle Anpassung des Hauses an die Standards internationaler Museen. Quasi vom Nullpunkt an verzeichnen wir 125.000 Besucher jährlich. Wir haben Synergien geschaffen, große Anforderungen erfüllt. Es wäre schön, wenn die bestehenden Rahmenbedingungen analysiert und in der Folge auf adäquaten Stand gebracht werden könnten.

Gutes Beispiel ist die Eingangs-Situation des DomQuartiers. Wir brauchen eine repräsentative und praktikable Lösung, die barrierefreien Zugang ermöglicht, eine Garderobe, eine Kassa und den mittlerweile nicht mehr wegzudenkenden Shop.“

Sie sind ja eigentlich promovierte Juristin. Wann hat Sie die Beschäftigung mit der Kunst und mit kulturellen Werten „gepackt“?

„Schon sehr früh! Ich habe neben Rechtswissenschaften auch Kunstgeschichte inskribiert und später ein postgraduales Studium des Kulturmanagements absolviert. Meine kunsthistorischen Studien wieder aufzunehmen ist ein persönliches Projekt, auf das ich mich sehr freue.“

DomQuartier 2018
Rembrandt Harmensz van Rijn; Betende alte Frau, Inventar Nr. 549 © Residenzgalerie Salzburg / Foto: Ulrich Ghezzi

Eine Frage, die Ihnen sicher oft gestellt wird – welcher spezielle Ort im Domquartier ist Ihnen persönlich der liebste?

„Das hat sich mit der Zeit verändert. Früher habe ich mich besonders gerne auf der Dombogen-Terrasse aufgehalten. Momentan ist das „Große Gesellschaftszimmer“ der Residenzgalerie ein Refugium, in dem ich auch einmal ganz kontemplativ allein sein kann. Auch in der „Langen Galerie“ von St. Peter mit ihren herrlichen Ausblicken fühle ich mich wunderbar wohl.“

DomQuartier 2018
Lange Galerie nächst St. Peter @ DomQuartier Salzburg / Foto: Helge Kirchberger

Sind Sie neugierig geworden auf das DomQuartier? Jetzt, in der ruhigeren Zeit in Salzburg, ist ein Besuch sehr zu empfehlen.  Alles Wissenswerte über das DomQuartier und für einen gelungenen Ausflug in vergangene Jahrhunderte finden Sie hier.

 

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