St. Erhard (Foto Salzburg Wiki)

Genussvolle Schmankerl-Tour durchs Nonntal

Ein Gastbeitrag von Claudia Braunstein von geschmeidigekoestlichkeiten.at

 

Der März wartet seit vielen Jahren in Salzburg immer mit kulinarischen Genüssen auf.  Inzwischen nehmen unzählige Lokale der Salzburger Altstadt am Kulinarik-Festival eat & meet teil. Das Angebot ist sehr breit gefächert. Vom vornehmen Hauben-Restaurant mit mehrgängigen Menüs bis zu kulinarischen Diskussionsrunden findet man eine große Auswahl. In den letzten Jahren habe ich zumindest immer ein Restaurant besucht, doch heuer entschied ich mich zu einem Spaziergang durch das Nonntal.  Auch wenn viele Gäste mit Bussen auf dem dortigen Parkplatz ankommen, so ist dieser Stadtteil am Rande der Altstadt doch eher den Einheimischen überlassen. Ein inzwischen begehrtes Wohnviertel mit einem ausgedehnten Schulangebot, nebst dem Neubau eines Teiles der Universität. Das war nicht immer so. Im Nonntal lebten früher Menschen die im Dienst vom Kloster Nonnberg standen. Hauptsächlich Handwerker waren dort angesiedelt.

Geführte Tour

Doch nun zum Anfang meiner Wanderung. Der lag im benachbarten Kaiviertel. Beim kleinen Brunnen am Kajetanerplatz war der Treffpunkt vereinbart und trotz wenig ansprechendem Wetter scharten sich doch 10 Teilnehmer um Astrid, unsere Führerin für die kommenden drei Stunden. Astrid Zehentmayer, Michaela Muhr und Inez Reichl sind nicht nur staatlich geprüfte Stadt-Guides, sie bieten eben auch Genusstouren an. Besondere Routen anlässlich eat&meet, und während des restlichen Jahres Schmankerl- und Gourmet-Touren. Für mich als Food Bloggerin natürlich besonders interessant, weil ich mich mit der Salzburger Gastroszene sehr intensiv beschäftige.

Kulinarische Abenteuer im Nonntal (Foto C. Braunstein)
Kulinarische Abenteuer im Nonntal (Foto C. Braunstein)

Historisches Nonntal

Ein paar kurze Erklärungen und historische Punkte zum Nonntal und dem darüber liegenden Kloster Nonnberg hörten wir als Einstimmung.  Wir Salzburger kennen das Kloster als markantes Bauwerk und vielleicht vom Besuch der Christmette am Heiligen Abend. Dass hier in den 20ern des letzten Jahrhunderts eine gewisse Maria Kutschera als Lehrerin tätig war, das wissen nicht viele Salzburger. Die junge Frau wurde die zweite Ehefrau von Baron Trapp und später vor allem durch den Hollywoodfilm Sound of Music weltberühmt.

Wir wanderten einige Meter stadteinwärts in den ehemaligen Posthof, der seit Kurzem das Restaurant und die Kochschule cook&wine beherbergt. In den frisch renovierten Räumen erfuhren wir über das Konzept des Hauses und ein paar historische Merkmale. Und es gab zu essen und zu trinken. Dieser Snack sollte nicht der letzte an diesem Nachmittag bleiben.

Das innere Nonntal

Weiter ging es über den Kajetanerplatz hinunter zur Nonntaler Hauptstraße. Dort erfolgte unser nächster Stopp im Möbel- und Design-Eldorado von Alejandro Madero. Wer sich für skandinavische Möbel aus vergangen Jahrzehnten, Hernd und Lobmeyer Porzellan interessiert, der wird hier fündig. Ich kann nur sagen, es zahlt sich aus viel Zeit mitzubringen, denn man kann sich hier stundenlang aufhalten. Viel Wissenswertes über Möbel und Dekor als Anlageform durften wir erfahren.

Die nächsten beiden Anlaufstellen waren wieder kulinarischer Natur. Zwei alteingesessene Lebensmittel-Handwerker lagen auf unserem Weg. Sepp Funder, einer der letzten Bäcker in der Stadt, der noch wirklich in der Backstube Brot mit der Hand herstellt, plauderte aus dem Nähkästchen, oder wäre hier nicht besser die Mehlkiste angebracht? Auch hier gab es kleine Kostproben, bevor es weiter zum Feinkost und Metzger Stocker ging. Wir erfuhren viel über kleine Produzenten, die den Stocker beliefern und über die lange Familientradition des Betriebes. Eine Speckjause mit herrlichen Käse und Peso wartete auf uns Spaziergänger.

Quer gegenüber kehrten wir dann nochmals ein. Im Green Garden, dem ersten vegan-vegetarischen Restaurant in Salzburg. Ja, ich erinnere mich, dass den jungen Wirtsleuten anfangs wenig Chancen zugerechnet wurden. Nun besteht das Lokal schon einige Jahre und erfreut sich großer Beliebtheit. Selbst als Nicht-Vegetarier kommt man hier auf seine Kosten.

Blick über die Dächer

Über zwei Stunden waren wir nun schon unterwegs, bis wir uns zu unserem letzten Programmpunkt spazierten. Es dämmerte schon ein wenig, als wir mit dem Aufzug auf das Dach der Universität fuhren. Auf der großen Terrasse erwartete uns eine grandiose Aussicht über das Nonntal, in gleicher Höhe das Kloster und darüber die Festung. In diesem Bereich befindet sich ein nettes Lokal, das von jedermann besucht werden kann. Zum Abschluss wurde noch Kaffee und ein herrlicher Strudel serviert.

Strudel Unikum (Foto C. Braunstein)
Strudel Unikum (Foto C. Braunstein)

So ein kulinarischer Ausflug durch ein eher wenig bekanntes Viertel ist auch für einen Einheimischen eine sehr interessante Erfahrung!

 

Zum Abschluss noch 3  interessante Blog-Artikel
Infos über das Nonntal
Mit den Öffis in die Altstadt
Mit dem Auto in die Altstadt

 

 

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