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Jazz & The City ist eröffnet!

Ein Auftakt mit Ausrufezeichen

 

„Lasst Euch treiben und überraschen“ – das war ein Credo der Eröffnungsreden vom Obmann des Altstadt Verbands Andreas Gfrerer und der Gründerin des Festivals Inga Horny. Und dieses Motto war schon am gestrigen Abend beim Salzburg-Debut der neuen Intendantin Tina Heine spürbar. Während im republic das französische Allstar-Orchestre National de Jazz aus Paris den Jazz aus der Reserve lockte und manchen Zuschauer zu der Äußerung hinriss, ob man es hier mit Zwölftonjazz zu tun hätte, wurden im Sternbräu leisere Töne angeschlagen. Der britische Sänger Ian Shaw gab dort den Zuschauern ein Vorgeschmack dessen, was er später beim zweiten Teil des Openings im republic versprühen würde – menschliche Nähe, Intensität, Humor und eine so einzigartige Art zu singen, dass dem Publikum zugleich nach Lachen und Weinen war.

Der musikalische Bogen war schon am ersten Abend von Jazz & The City weit gespannt – World Music aus Sambia im übervollen Afro Café, bei bester Stimmung; sagenhafte Soul-Songs mit Jazz-Groove von Robb im Sternbräu; Lokalkolorit mit der Salzburger Sängerin Doro Hanke, die im Carpe Diem Finest Fingerfood das Publikum ganz auf ihre Seite holte, und in diesem Jahr erstmalig parallele Eröffnungskonzerte auch in den Kavernen 1595. In diesen atmosphärischen Räumen begann der Abend mit Loktor und Fusion-Jazz aus Österreich und endete mit dem Eindruck, man wäre in einem New Yorker Jazz-Club: Lounge-Sessel, Seventies-Stehlampen und auf der Bühne die amerikanische Saxofonistin Tia Fuller, die, wenn sie nicht die intimen Jazzbühnen bespielt auch gerne mit Beyoncé durch die Welt tourt. Hier war New York Style Jazz auf dem Programm und die prall gefüllten Kavernen der richtige Ort dafür.

Fazit der FestivalmacherInnen: tolle Stimmung, großartige KünstlerInnen und trotz Regenwetter volle Häuser – das Salzburger Publikum und die vielen Gäste aus Nah und Fern haben mal wieder bewiesen, dass der Jazz auch in dieser Stadt seine Heimat hat!

Der Ausblick auf die nächsten Tage bleibt ähnlich vielversprechend. So werden ab heute Abend auch Kirchenkonzerte stattfinden- mit dem Duo des Schweizer Posaunisten Nils Wogram und dem Pianisten Bojan Z in der Andräkirche und ein Trompeten-Solo-Konzert mit Peter Evans. Während ansonsten der Schwerpunkt im Andräviertel das Publikum durch die Bars wie Shakespeare, My Indigo oder die Academy Bar sowie das Café Wernbacher schlendern lässt, wird nach bewährter Tradition im Marmorsaal des Schloss Mirabell Jazz von den weiblichen VertreterInnen dieser Musikrichtung präsentiert: Torun Eriksen, Julia Hülsmann und Maartje Meijer bringen ihre hohe Musikalität und Sinnlichkeit mit in die Salzburger Altstadt.

Im republic spielen neben dem luxemburgischen Vibraphonisten Pascal Schumacher am späten Abend Alsarah & The Nubatones – groovende Worldmusik aus dem Sudan, dem Yemen und Brooklyn. Und die Kavernen warten mit einem ganz großen Namen des Jazz auf: Uri Caine, der amerikanische Pianist ist mit seinem Trio zu Gast. Man darf gespannt sein, welche der KünstlerInnen man abends noch auf der Jam Session im Sternbräu erleben wird, die täglich am 23 Uhr beginnt.

Dieses Festival ist eine wahre Entdeckungsreise!

 

Jazz & The City 19.-23. Okt. 2016 – Eintritt frei

www.salzburgjazz.com

 

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