Angelika Kirchschlager by Nikolaus Karlinsky

Sängerin Angelika Kirchschlager im Interview

Ein Interview von Michael Kerbler mit der österreichischen Mezzosopranistin und Gesangspädagogin Angelika Kirchschlager:

Frau Kirchschlager, Sie kommen gerade aus einer Probe in der Wiener Staatsoper. Sie geben die Clairon in der Oper „Capriccio“. Das ist nicht irgendeine Oper, sondern die letzte Oper von Richard Strauss, quasi sein Vermächtnis. Das ist sozusagen die letzte Oper von Richard Strauss. Strauss stellt eine ganz spannende Frage mit und in dieser Oper, die die Entstehung einer Oper in der Oper vorführt. Die ganze Oper spitzt sich auf eine zentrale Frage zu: „Prima la musica dopo le parole“ oder doch „Prima le parole dopo la musica“. Was ist wichtiger: die Musik oder der Text einer Oper? Was zählt denn Ihrer Meinung nach mehr in einer Oper?

Da leben zwei Seelen in meiner Brust. Ich glaube, dass auch die Oper selbst zu keiner Lösung findet. Weil es die nicht geben kann. Es kann das eine nicht ohne das andere existieren. Und zu sagen die Musik, la musica, wäre in der Oper das Wichtigere, liegt zwar irgendwie auf der Hand, aber was wäre denn eine Oper ohne Worte??

Ich bin ja eine Wortfetischistin, ich liebe die Worte. Wenn ich etwas zu erarbeiten beginne, zum Beispiel eine Oper, dann arbeite ich zuerst an dem Text. Ich muss den Text verstehen. Dann versuche ich zu verstehen, warum – in diesem Fall ist es Richard Strauss – diese Musik auf diese speziellen Worte setzt. Bei Schubert ist es genauso. Warum setzt Schubert diese Musik genau auf diese Worte? Und Mendelssohn eine völlig andere Musik?

Das ist die Interpretation eines Komponisten. Der Komponist interpretiert Worte. Also im Falle von Prosa, wie bei den Liedern, interpretiert er ein Gedicht. Und meine Aufgabe als Künstlerin – Künstler ist ein so großes Wort –, also ich als Sängerin versuche herauszufinden, wie dieser Komponist diese Worte interpretiert hat. Der hat ja eine Meinung dazu. Also meine eigene Interpretation ist ja nicht so sehr die Interpretation seines Werks, sondern der Nachvollzug dessen, was es schon gibt.

Erich Seiter, der ja selbst einmal Sänger war, dann Talententdecker und Künstleragent, der beschreibt die Rolle der Clairon, ich zitiere jetzt: „Stimmtechnisch ist die Partie einfach, aber nicht nur von der Persönlichkeit, sondern auch von der jugendlich dramatischen Mezzostimme her muss die Interpretin etwas Glamouröses, etwas Divenhaftes haben und dazu noch fähig sein, einen hochkultivierten Prosatext ironisch zu rezitieren.“ Hat er damit die Rolle der Clairon zutreffend beschrieben?

Ja, ich finde, die hat er damit sehr gut getroffen.

Und das Glamouröse, das Divenhafte, das passt Ihnen? Wie leicht finden Sie in die Rolle hinein?

Ja, ich kann schon, wenn ich muss. Ich lass es jetzt nicht so raushängen. Aber wie gesagt: Richard Strauss hat das Glamouröse in die Musik hineininterpretiert. Wenn man das ernst nimmt und dann auch noch durch dieses großartige Kostüm inspiriert wird, dann nimmt man automatisch eine bestimmte Haltung ein, eignet sich diese Rolle an. Und dann ist da dieser Text.

Ich bin wegen des Textes, dieses hochkultivierten Prosatextes, zu meiner lieben Freundin Maria Happel gegangen und habe sie gefragt, kannst du mir diese Schlüsselstelle des Texts – das sind vielleicht fünfzehn Zeilen -, kannst du das kurz mit mir durchgehen? Ja, hat sie gesagt, das macht sie gerne.

Gesessen sind wir dann drei Stunden für diese 15 Zeilen und ich habe wieder große Hochachtung für den Beruf des Schauspielers empfunden. Was ich da gelernt habe von Maria war unglaublich! Der Text, der sitzt jetzt ganz gut. Es ist eine wunderbare Rolle, weil ich mich total in dieser Rolle wiederfinde!

Ich möchte auf die Schlussszene der Oper zu sprechen kommen. Die Gräfin steht vor dem Spiegel, sie spiegelt sich darin. Diese Szene wird dahingehend interpretiert, dass uns das Musiktheater, also die Oper, einen Spiegel vorhält, uns nämlich „das Geheimnis der Wirklichkeit“ schauen lässt – so das Zitat von Richard Strauss. Wenn uns die Oper so einen Spiegel vorhält, dann stellt sich mir sofort angesichts von Donald Trump, dem nordkoreanischen Atompoker und dieser nicht enden wollenden humanitären Katastrophe in Syrien die Frage, ob uns die Kunst Lösungen für den realen Alltag anbieten kann?

Wenn sie jetzt von Trump und Nordkorea und Syrien sprechen,  …

Die Liste ist fortsetzbar. Orban, Erdogan, Putin, …
Angelika Kirchschlager by Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager by Nikolaus Karlinsky

Ich finde nicht, dass die Kunst dazu da ist, die momentane Welt zu spiegeln. Ich finde, dass Kunst grundsätzlich nicht dazu da ist, um die Realität zu spiegeln.

Die Aufgabe der Kunst ist es nicht das Momentane in Syrien zu spiegeln. Was ich mir von der Kunst erwarte ist, dass sie einen Schritt weitergeht und etwas Allgemeingültiges, etwas Zeitloses schafft. Etwas, das auf Syrien zutrifft, aber auch auf den 30ig jährigen Krieg. Was mit dem Menschen zu tun hat, der immer wieder Grausamkeiten begeht. Dafür brauche ich jetzt nicht eine Oper, die mir die Situation in Syrien spiegelt.

Ich muss jetzt nicht auch noch eine Oper sehen, die mir die Grausamkeiten in Syrien vergegenwärtigt, verstehen Sie? Sondern im Gegenteil, ich glaube die Menschen brauchen etwas, was ihnen Hoffnung gibt, was sie kurz aufatmen lässt. Um sich als Mensch wieder zu sammeln. Ich finde man sollte viel mehr suchen das, was den Menschen ausmacht, Humanität und Kultur, zu stärken. Es muss uns woanders hinbringen als dorthin, wo man ohnehin täglich blickt und verzweifelt.

Durch die zeitlose Kunst spürt man das, was uns ausmacht und was immer weniger zu erkennen ist. Der Einfluss der Kunst wird auch deshalb geringer, weil die Menschen immer weniger spüren und die Gefahr ist, wenn immer weniger Kunst präsent ist, spüren sich die Menschen auch immer weniger. Die vielen Formen der Kunst sind sozusagen Sauerstoff-Tankstellen für den Menschen.

Das ist auch der Grund, weshalb sich die Leute so gerne eine Brahms-Symphonie anhören. Oder einen Mendelssohn oder Bach, einen Mozart. Wenn ich mich der Musik öffne, in ihr drinnen bin, dann werde ich auch ergriffen und erschüttert. Aber von etwas, das viel tiefer liegt.

Klaus Maria Brandauer hat mir erzählt, dass er als Heranwachsender am Dachboden des Großvaters einen Stapel Reclam-Bücher gefunden hat und eines der Bücher war Shakespears „Hamlet“. Das war – und jetzt zitiere ich ihn – sein „Erweckungserlebnis für die Literatur und das Theater“. Ich weiß, es hat Sie in Ihrer Schulzeit – ich glaube die Schule befand sich vis-à-vis vom Müllner-Bräu – ganz plötzlich, als Sie dort aus dem Autobus gestiegen sind, der Gedanke durchzuckt Sängerin werden zu wollen. Gab es dafür einen Auslöser? Irgendein Erlebnis?

Ja, eigentlich schon. Das war in der 8. Klasse, vor der Matura und wir haben zu der Zeit eine Kinderoper aufgeführt von Cesar Bresgen mit dem Titel „Der Igel als Bräutigam“. Und ich hatte eine Nebenrolle, nämlich den Kasperl und das haben wir im neuen Mozarteum aufgeführt, im Großen Saal.

Ich habe dafür auf die Matura-Reise verzichtet. Das Musiktheater hat mich beeindruckt. Ich habe meine eigene Garderobe gehabt und das Schulorchester hat gespielt. Ich bin auf der Bühne gestanden mit dem Orchester.

Und nachher sind zu mir Leute gekommen und haben gesagt, Wahnsinn, du solltest Gesang studieren. Bis dahin habe ich eigentlich nie daran gedacht. Es war auch nicht so, dass ich mir damals vorgenommen habe „ich will Opern-Sängerin“ werden. Ich dachte mir: „Ich muss es probieren, ich muss es zumindest versuchen.“  Dieser Gedanke hat mich damals gestreift.

Eines Tages war es dann soweit. Sie sind nach Wien gefahren, haben einen Pianisten aus Salzburg mitgenommen und haben an der Musikhochschule Wien vorgesungen. Ein Stück von Robert Schumann. Das hieß …

„Ein erstes Grün“

Im grünen Pullover. Im selbst gestrickten grünen Pullover“

(lacht): Ich hab‘ mit allen Tricks gearbeitet oder?

Und es hat funktioniert?

Na ja, nicht gleich. Aber ich bin auf die Warteliste gekommen. Aber dann, nach einigen Tagen hat man mir mitgeteilt, dass ich aufgenommen werde.

Sie sind von Salzburg nach Wien. Welche Bedeutung hat Salzburg – rückblickend gesehen – für Ihre musikalische Entwicklung gehabt? Wie wichtig war Salzburg für Sie und für Ihren Werdegang?

Ja, die Basis meiner musikalischen Entwicklung wurde auf alle Fälle in meiner Kindheit gelegt. Das rechne ich meinen Eltern und auch meiner Großmutter in Salzburg hoch an, weil wir haben immer gesungen. Wir haben einfach immer gesungen. Wir haben im Auto gesungen, haben beim Wandern gesungen und haben zu Weihnachten gesungen, zum Geburtstag gesungen, am Abend beim Lagerfeuer gesungen. Wir haben mit Freunden zusammengesessen und gesungen.

Sie sind mit dem Lied aufgewachsen.

Ja, das bin ich wirklich.

Das erste Lied, das man Ihnen als Kind vorgesungen hat, war das Sandmännchen. Richtig?

Ja, das war mein erstes Lied. Genau.

Das „Sandmännchen“ von Brahms.

(Angelika Kirchschlager beginnt erst leise die Melodie zu summen, um dann die erste Liedzeile zu singen: „Die Blümelein sie schlafen schon längst im Mondenschein, sie nicken mit den Köpfen auf ihren Stengelein.“)

Ist Ihnen die Gattung Lied eigentlich näher als eine Partie in der Oper?

Ja. Kann man so sagen.

Haben Sie eigentlich viel öfter Lieder oder Opernpartien gesungen?

Naja, den Rosenkavalier habe ich auch ungefähr 150 Mal gesungen. Und den Cherubin in „Figaros Hochzeit“ habe ich auch sehr oft gesungen. Also 20 Jahre lang habe ich irrsinnig viel Oper gesungen. Ich habe drei, vier Produktionen gemacht in einem Jahr. War fast nie in Wien, weil ich dauernd unterwegs war.

Und die Anfänge muss man in der Oper machen. Es sind wirklich seltene Ausnahmen, dass jemand wirklich Karriere machen und davon leben kann, wenn er nur Konzert macht und Lied. Das geht eigentlich fast nicht.

Aber ich hatte so ein Glück und habe mich etabliert im Lied und kann mir jetzt den Luxus leisten, hauptsächlich Lied zu machen und Oper zu singen, die wirklich Spaß macht.

Aber natürlich, wenn ich eine Partie singe, wie die Clairon, die Clairon ist mir sehr, sehr nahe. Die kommt mir so nahe wie ein Lied. Ach ja, im Oktober, heuer im Oktober mache ich meine erste Winterreise!

Wer begleitet Sie am Klavier?

Julian Strake ist am Klavier.

Von Salzburg, von der Sigmund-Haffner-Gasse, also dem Schallplattengeschäft Katholnigg, über die Konditorei Fürst, …

Ja, zuerst war ich beim Fürst, dann beim Katholnigg und dann im Festspielhaus. (Lächelt).

Eine wunderbare Beschreibung eines Werdegangs …

Mein Werdegang. Werdegang, das ist ein schönes Wort.

Ein viel zu wenig verwendetes Wort.

Ein wunderschönes Wort.

Wenn man so lange und so oft auf verschiedenen großen Bühnen aufgetreten ist wie Sie, ob in Wien, Salzburg, in europäischen Hauptstädten und in Übersee, stellt sich da bei Ihnen überhaupt noch so etwas wie Lampenfieber ein?

Ja, doch. Schon. Lampenfieber ist ja ganz wichtig. Wenn ich kein Lampenfieber mehr hätte, dann hätte ich ein Problem. Weil Lampenfieber nur positiv wirkt. Lampenfieber ist der Moment, dass man fiebert, im Scheinwerferlicht zu stehen und performen zu können. Diese Anspannung ist wichtig, die hat für mich mit Konzentration zu tun. Wenn man kein Lampenfieber hat, wird es keine gute Vorstellung.

Macht es einen Unterschied, ob Sie die dritte oder vierte Aufführung singen oder die Premiere?

Das ist ganz egal. Es gibt dann natürlich Vorstellungen, wo man schon einmal spät ins Haus kommt und man sich nicht viel einsingt, weil man denkt, ach, das geht eh. Die sind dann okay die Vorstellungen, aber das sind keine Vorstellungen, die Freude bereiten. Und an sich sollte man schon den Anspruch haben, dass es jedes Mal Spaß macht.

Wie mächtig ist das Publikum, Frau Kirchschlager?

In Wien ist das Publikum schon sehr mächtig. Das Publikum in Wien weiß sehr viel, ist sehr belesen. Das Wiener Publikum ist mein Publikum, wir sind ja gemeinsam aufgewachsen. Das ist etwas, das man heutzutage nicht mehr so leicht finden wird.

Dass Sänger mit einem Publikum – und umgekehrt – über Jahre hinweg gemeinsam aufwachsen und zusammenwachsen können. Der Grund liegt darin, dass es keine fixen Ensembles mehr gibt. Sängerinnen und Sänger sind austauschbarer geworden.

Angelika Kirchschlager by Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager by Nikolaus Karlinsky
In einem Interview wurden Sie, Frau Kirchschlager, gefragt, ob Sie schon einmal Buh-Rufe erlebt haben. Und Ihre spontane Antwort lautete: „Ja, das war wie ein Messer mitten ins Herz.“ Wie überwinden Sie so eine Erfahrung? Wie schafft man es, wenn man noch fünf Vorstellungen zu singen hat und ist mit einer solchen Stresssituation konfrontiert, wie schafft man es, wieder seine Mitte zu finden?

Wir sind ja darauf trainiert, unsere Mitte zu finden. Wir müssen ja, sozusagen, wenn wir auftreten durchatmen, die Konzentration auf das Wesentliche. Da braucht man schon Übungsstunden, um das vergessen zu können. Noch mehr bei sich sein, noch mehr wissen, wo man steht, was ich will. Sich anschauen, was kann ich, was kann ich nicht. Zu erkennen, die Koloratur war jetzt nicht so perfekt.

Ich finde natürlich, dass Buh-Rufe immer unangebracht sind und ich möchte einmal mit jemanden sprechen und sagen, kommen sie herauf auf die Bühne und machen sie das, ja? Ich bin überhaupt gegen diese anonymen Negativkommentare, auch im Netz, gegen diese anonymen Postings. Es soll auch jemand von mir aus „Buh“ schreien, aber dann soll er auf die Bühne kommen und sich zeigen.

Ja, damit habe ich ein Problem. Allerdings: in gut 25 Jahren Opernbühnenpräsenz hat einer einmal „Buh“ gemacht. Ich habe andere Buh-Orkane erlebt, die Kollegen gegolten haben, wo wir mitten in der Vorstellung die Oper abbrechen mussten, weil eine Kollegin während ihrer Arie unterbrochen wurde.

Placido Domingo war auch auf der Bühne. Es war eine hochkarätige Vorstellung. Die Zuschauer haben so zu schreien begonnen, dass wir aufhören mussten zu spielen. Wir alle standen da, der Chor, das Orchester, die Solisten und wir waren alle in diesem Buh-Orkan drinnen. Ich war fassungslos.

Welche Oper wurde damals aufgeführt?

Es war Idomeneo.

In der Wiener Staatsoper, richtig?

Ja, vor vielen Jahren.

Von wegen „Macht des Publikums“. Ich habe ein wunderbares Zitat von Jean Cocteau gefunden: „Heute war das Publikum wieder ziemlich untalentiert.“

(lacht): Das ist aber wunderbar.

Gibt es wirklich einen Unterschied, ob es sich um ein Premierenpublikum handelt oder um ein Abonnement-Publikum, das im Zuschauerraum sitzt?

Also Liederabende im freien Verkauf sind immer leichter zu singen als Abo-Liederabende. Das ist einfach so.

Aber damit muss man professionell umgehen.

Genau. Es kostet wahnsinnig viel Energie, weil ich immer versuche das Publikum mitzureißen. Das Publikum ist zum Teil auch selbst verantwortlich für den Erfolg eines Abends. Wenn nämlich vom Publikum keine Energie, keine Aufmerksamkeit kommt.

Das spüren Sie auf der Bühne?

Ja, sofort, auf der Stelle. Wenn sie gut sind, haben wir nach ein, zwei Liedern eine super Stimmung, dann gehen alle raus und der Saal schwirrt. Wenn die Stimmung schlecht ist, dann gehen wir nach Hause und sagen, Gott sei Dank, jetzt ist es vorbei.

Gert Voss hat mir mal gesagt, er schaut immer auf seine Frau, wenn er wissen will, ob der Abend ein erfolgreicher war. Sie war für ihn der Gradmesser. Wenn sie genickt hat, hat er gewusst, es war ein schöner Abend und es war gut. Da haben die anderen sagen können, was sie wollen, wenn sie genickt hat, war es gut. Aber manchmal hat sie nicht so reagiert … Wann, Frau Kirchschlager, ist für Sie eine Vorstellung ein Erfolg?

Für mich ist es dann ein Erfolg, wenn bis zum Schluss eine Verbindung zwischen mir und dem Publikum besteht. Also wenn es am Anfang geklickt hat, dann ist man eine Einheit und dann ist es ein gegenseitiges Hochschaukeln bis zum Schluss.

Und wenn wir am Schluss – das kommt zum Glück öfters vor – eine Gemeinschaft bilden und wir haben gemeinsam einen Abend gemacht, dann merke ich, diese fünf-, sechshundert Menschen sind energetisiert und gehen auch so hinaus. Das ist das Ziel meiner Arbeit. Dass diese Menschen energetisiert hinausgehen, diese Energie hinaustragen und mitnehmen können.

In den letzten zwei Jahren hat Sie offenbar niemand gefragt – am Schluss eines Interviews -, ob es noch eine Traumpartie gibt, die Sie gerne singen würden? Gibt es eine?

Die Tosca, die Tosca …. Nein, (winkt ab…) Es gibt keine Traumpartie mehr, weil ich glaube, ich bin in einem Alter, wo die Traumpartien einfach abgehakt sind. Ich hätte wahnsinnig gerne eine gescheite Inszenierung von Carmen gemacht.

Einmal hätte ich sie in Berlin gesungen, aber da ist Regisseur Jürgen Gosch leider vorher verstorben. Also die ist an mir vorübergegangen, eine Charlotte ist an mir vorüber gegangen. Aber das war es dann auch schon. Sonst hat es keine Partien gegeben, die ich mir gewünscht hätte.

Danke schön für das Gespräch.

Danke auch.

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