Der Mönchsberg im Herbst 2017

Der Mönchsberg im Herbst

Die SalzburgerInnen lieben ihre Stadtberge zu jeder Jahreszeit – der Mönchsberg im Herbst bedeutet ihnen aber doch noch ein bisschen mehr. Obwohl nur ein paar hundert Meter vom Altstadtmittelpunkt entfernt, herrscht bis auf gelegentliches Glockengeläut verträumte Stille in bukolischer Landschaft. Durch Wiesen und Wäldchen führen die Wege, mitunter entlang mittelalterlicher Wehrbauten. Inmitten leuchtend verfärbter Bäume öffnen sich überraschend atemberaubende Blicke über die historische Architektur, auf die Kulisse der Festung  bis hin zur Silhouette der mächtigen Bergwelt. 

Der duftende Wald und die freien Flächen am Mönchsberg im Herbst sind das Revier der eingeborenen SalzburgerInnen, hier spielen ihre Kinder, spaziert die  OpiOmi-Generation, JoggerInnen ziehen ihre sportlichen Runden, Hunde dürfen herumtollen.

Direkt aus der Altstadt der östliche Aufstieg

Seinen Namen verdankt der Mönchsberg übrigens den frommen Brüdern des nahe gelegenen Benediktiner-Klosters St. Peter.  Ganz in der Nähe ihrer seit 696  bewohnten Höfe, an der schmalen Seite des Festspielhauses, führt die Clemens-Holzmeister-Stiege mit der riesigen steinernen Schlange als Geländer über den Toscaninihof zur ersten Gelegenheit, inne zu halten – der nach dem in Salzburg wirkenden Maler Herbert Breiter benannten Terrasse, als  Peterswacht-Bastei 1635 errichtet. Von hier aus geht es in der – etwas steilen – Direttissima, vorbei an schönen alten Bürgeranwesen hoch bis zum Mönchsbergrücken.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Dmitriy Shironosov/123RF.com

Nun lässt es sich gemütlicher weiter schlendern bis zur Richterhöhe. Von diesem Aussichtspunkt hat man einen freien Blick nach Süden auf das Schloss Leopoldskron, das Leopoldskroner Moos und den Untersberg, nach Westen zum Staufen, sowie nach Osten auf die Festung Hohensalzburg.  Das  urig-ulkige „Buffet“, ein kleines Hüttchen mit Ausschank offeriert Mönchsbergwanderern seit ewigen Zeiten Speis – und  mehr noch Trank.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Stadt Salzburg / Foto: Dr. R. Medicus

Weingärten am Mönchsberg

Am brüsk abfallenden Südabhang des Mönchsberges und des Festungsberges gab es bis ins Spätmittelalter außerhalb der Wehranlagen verschiedene Weingärten. 2008 wurde von der Salzburger Pfadfindergilde im Unteren Zwinger (ein Mauergeviert mit zwei Toren, es versperrte etwaigen Angreifern den direkten Weg auf den Mönchsberg) unterhalb der Richterhöhe in Anlehnung an die mittelalterlichen Weinkultivation kleinflächig mit modernem Anbau der „Reben des Mönchsbergs“ begonnen.

LiteraturliebhaberInnen freut das Bewusstsein, dass Peter Handke seine Salzburger Jahre ganz in der Nähe verbrachte – im Turm des Kupelwieser-Schlössls. Zuvor hat schon Bertold Brecht 1949 einige Monate in diesem Haus gewohnt.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Stadt Salzburg / Foto: Dr. R. Medicus

Weiter geht’s in Richtung der Bürgerwehr.  Auch von dieser Befestigungsanlage mit einer langen Mauer und zwei Türmchen  hat man einen herrlichen Ausblick. Rasten lässt es sich gemütlich bei gutbürgerlicher Küche oder kräftiger Jause im Gasthaus Stadtalm. Wenn das Wetter mitspielt natürlich noch draussen auf den Bänken. Kurz darauf erreichen wir die schmalste Stelle des Mönchsberges. Tief unter uns erkennen wir das Festspielhaus und die Pferdeschwemme und die Spielzeug-winzigen Autos, die aus dem Neutor in die Innenstadt strömen.

Den Mönchsberg im Herbst von Norden aus erklimmen

Für eine längere Wanderung empfiehlt sich der Aufstieg über den uralten Stadtteil Mülln. Die schon aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wehranlagen und Bastionen überziehen den gesamten Bergrücken. Gleich hinter der Monikapforte nach der Müllner Schanze führt ein schmaler Pfad direkt die Bergkante entlang in Richtung Festung. Ein kleiner Abstecher und man steht auf der nach Alexander von Humboldt benannten Terrasse, auch sie Teil der frühen Wehranlagen. Trotz hübschem Altstadtblick ein schicksalhafter Ort , der nachdenklich macht. Thomas Bernhard hat ihn in der „Ursache“ literarisch verewigt.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Tourismus Salzburg / Foto: G. Breitegger

Von hier ist es nicht mehr weit zum Museum der Moderne Salzburg – seine anfänglich als „Schuhschachtel“ belächelte Architektur ist zum Markenzeichen des Mönchsbergs geworden. Nach (oder auch anstatt – nur keine Zwangsbeglückungen am Mönchsberg im Herbst) dem Besuch der abwechslungsreichen aktuellen Ausstellungen  nimmt man gerne Kaffee oder auch ein Gläschen Prosecco im Restaurant m32,  im Glücksfall sogar auf der sonnigen Terrasse. Der View ist allerdings bei jedem Wetter berückend schön …

Historische Aussichtsterrassen wie die Karolinenhöhe, die Franz-Josef- und Elisabeth-Höhe und die Ludwigsfernsicht sind nicht weit.

Ein etwas untypisches Denk-Mal repräsentiert seit dem Jahr 2011 die gern aufgesuchte Stupa, Symbol für den Buddhismus und seine Lehre der Achtsamkeit und Demut.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Stadt Salzburg / Foto: J. Killer

Westlich über die Riedenburg

Diese Annäherung an den Mönchsberg im Herbst ist für die SalzburgerInnen eher nicht der Usus und darum reizvoll zu erkunden. Eine lange Treppe führt schließlich quer durch die Lodronsche Befestigungsmauer, die auch das Neutor beinhaltet, auf die Höhe der Bürgerwehr.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Stadt Salzburg / Foto: J. Killer

Von Süden aus durch das Bürgermeisterloch

Vom Ausgang des Nonntals, vom Krauthügel aus, ein kurzer, steiler Aufstieg: Erzbischof Paris Lodron ließ im Jahr 1635 den alten Fahrweg über die Scharte auf den Mönchsberg mit einer breiten Wehrmauer schließen. Damit war der dortige Zugang auf den Mönchsberg von der Brunnhausgasse aus folglich fast 230 Jahre lang unterbrochen. Nach der im Jahr 1860 erfolgten Aufhebung des fortifikatorischen Bauverbotes konnte 1863 Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens hier wieder einen Durchbruch durch die Schanzanlage errichten, der heute als „Bürgermeisterloch“ bekannt ist.

Der Mönchsberg im Herbst 2017
© Stadt Salzburg / Foto: Dr. R. Medicus

Ein lustiges Angebot für Kinder ist beispielsweise der Spielepfad am Mönchsberg im Herbst:
Mit Ästen eine Hütte bauen, buntes Laub sammeln oder die Wiese herunterkugeln – Baumstamm-Mikado, Baumhaus oder Baumstamm-Wippe, die Stationen bieten waldtypische Bewegungsmöglichkeiten und sollen zum Erkunden der Natur animieren. Der Spielepfad entstand entlang des Waldweges zwischen dem Museum Wasser.Spiegel der Salzburg AG (auch ein lohnendes Ziel mit Kindern – Geschichte und Gegenwart der Wasserversorgung, Herkunft, Qualität und Technik, Stationen zum Ausprobieren, Wasserverkostung und hundert Exponate!) und dem Ausblick oberhalb des Neutors.

Einen praktischen Übersichtsplan über den Mönchsberg und seine vielfältigen Natur- und Kultursehenswürdigkeiten hat die Stadtgemeinde Salzburg erstellt, für den Download klicken Sie bitte hier.

Wir wünschen Ihnen entspannte und erholsame Stunden in der frischen Luft, ruhig auch bei Regen und Wind am Mönchsberg im Herbst!

 

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