Dialoge 2018: Mozarteumorchester Salzburg (c) Nancy Horowit

Dialoge 2018: Ein Zwischenspiel mit Ortswechsel

Nur knappe zwei Monate blieben dem neuen Konzertchef der Stiftung Mozarteum, Andreas Fladvad-Geier, um ein ganzes Festival auf die Beine zu stellen, weshalb er die diesjährige Ausgabe der „Dialoge“ bewusst „Zwischenspiel“ genannt hat. Eine Überleitung, die Motive aufnimmt, verarbeitet und zu neuen Themen verbindet, um dann zu den kommenden „Dialogen“ hinzuführen, die noch facettenreicher, reichhaltiger und überraschender als bisher werden sollen. Seit 2005 sind die „Dialoge“ ein funkelnder Fixstern im Konzertjahr der Stiftung Mozarteum. Termin gleich vormerken: 30.11. – 2.12.18.

Stilistische Vielfalt ist für Andreas Fladvad-Geier ein wichtiges Kriterium für die Programmatik des zeitgenössischen Musikfestivals. In diesem Sinne begeben sich die „Dialoge“ vom 30. November bis 2. Dezember 2018 auf eine spannende Reise durch den Kosmos der Neuen Musik. Sie vereinen unterschiedliche Generationen von Komponisten sowie eine Vielfalt an Stilen, Genres, Institutionen und Orten.

Werke arrivierter zeitgenössischer Komponisten treffen auf Stücke einer noch ganz jungen Generation. So stehen neben Namen wie Peter Eötvös, Peter Ruzicka oder Wolfgang Rihm junge Komponisten wie Johannes Motschmann, Adam Schoenberg, Marco Döttlinger, Oscar Jockel oder Josef Ramsauer.

Neben zahlreichen Konzerten wird es auch Gesprächsrunden geben, in denen Fragen nachgegangen wird wie: Was kann und darf zeitgenössische Musik und was meinen wir überhaupt mit „zeitgenössischer Musik“? So diskutiert zum Auftakt der „Dialoge“ am 30. November um 17 Uhr im Solitär der Universität Mozarteum eine illustre Gesprächsrunde zum Thema „Händler der vier Jahreszeiten – wer bildet unseren musikalischen Geschmack?“. Verfeinert mit musikalischen Beiträgen von NAMES.

Beim Eröffnungskonzert „Aspekte der Moderne“ um 19.30 Uhr im Großen Saal mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Peter Tilling und dem jungen Star-Cellisten Benedict Klöckner mischen sich große Namen aus der älteren Generation wie Wolfgang Rihm und Peter Eötvös mit jüngeren Komponisten, darunter Johannes Motschmann und Adam Schoenberg.

Ortswechsel: Die DIALOGE gehen in die Stadt hinaus

Folgen Sie uns mit offenen Ohren! Am zweiten Festivaltag verlassen die „Dialoge“ den geschützten Konzertraum und tauchen mit Pop-up-Konzerten mitten in der Stadt auf. Das neue Format „Ortswechsel“ präsentiert am 1. Dezember ab 15 Uhr Neue Musik am Bahnhof, in Kirchen und Cafés. So sollen neue, spontane Begegnungen mit zeitgenössischer Musik entstehen.

Im Konzert „2 x hören“ um 17 Uhr stellen die jungen Komponisten Marco Döttlinger, Oscar Jockel und Josef Ramsauer, allesamt unter 35, ihre Werke vor. Das schon traditionelle Konzert mit dem oenm . österreichisches ensemble für neue musik um 19.30 Uhr im Großen Saal widmet sich dem Motto „Starke Frauen – eigener Stil“ mit Stücken u. a. von Manuela Kerer, Elena Mendoza, Clara Ianotta, Olga Neuwirth und Liza Lim.

Im Anschluss lädt eine Lounge ein, den Abend mit Musik & Drinks in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Musik trifft auf Literatur

Der Abschlusstag am 2. Dezember steht im Zeichen von Musik und Literatur. Das „Brunch-Konzert“ gestalten Studierende des Leopold Mozart Instituts darunter Ilia Antoniadis und Levent Geiger mit Werken u. a. von Lera Auerbach, Wolfgang Rihm und Astor Piazzolla. Während Schauspieler Christoph Wieschke Unsinns-Poesie und Dada-Gedichte liest.

Das Zusammenspiel von Musik und Literatur perfektionieren um 15 Uhr der gefeierte junge Geiger und OPUS Klassik-Preisträger Emmanuel Tjeknavorian gemeinsam mit dem literarischen Schwergewicht Franzobel, der zweifelsohne zu den populärsten und polarisierendsten Schriftstellern Österreichs gehört. Das glanzvolle Finale der Dialoge geht um 18 Uhr im Großen Saal mit Mozarts „Requiem“ KV 626 über die Bühne, hochkarätig besetzt mit der Camerata Salzburg und dem Bachchor Salzburg unter der Leitung von Andrew Manze.

Zuvor erklingt Johann Sebastian Bachs „3. Brandenburgisches Konzert“, reflektiert von Anders Hillborgs „Bach Materia“ als modernes Echo darauf. Eine spielerische Zwischenwelt aus Bach und Jazz, Neuer Musik und den Improvisierkünsten von Pekka Kuusisto an der Violine.

DIALOGE „Zwischenspiel“: 30.11. – 2.12.18

Programm unter https://mozarteum.at/dialoge/

 

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