Uraufführung: Giselle
Reginaldo Oliveira / Adolphe Adam | Ballett
Adolphe Adams Ballett „Giselle“ entfaltet eine poetische Geschichte zwischen Wirklichkeit und Jenseits, in der Liebe, Verlust und Vergebung im Mittelpunkt stehen. Im zweiten Akt begegnet das Publikum den geheimnisvollen Willis – diese nächtlichen Geisterwesen beschreibt Heinrich Heine in „Die Willis“ von 1835, das die literarische Grundlage des Librettos bildet, als verführerisch und unheimlich zugleich: Junge Frauen, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind, ziehen nächtliche Wanderer in ihren Bann und tanzen sie in den Tod. Diese düstere Volkslegende verband sich in „Giselle“ erstmals mit der lyrischen Klangsprache des romantischen Balletts.
„Giselle“ gilt als eines der ersten Ballette, in denen der Spitzentanz nicht nur als technische Sensation, sondern als poetisches Ausdrucksmittel eingesetzt wurde: Besonders im berühmten „Weißen Akt“ erzeugte das scheinbar schwerelose Tanzen auf Spitze den Eindruck einer entrückten, überirdischen Welt. Die vielschichtige Entwicklung der Hauptfigur – von jugendlicher Unbefangenheit über seelische Erschütterung bis hin zu einer versöhnlichen, fast transzendenten Gestalt – hat den Klassiker zu einem der meistinterpretierten Werke des Ballettrepertoires gemacht.
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Schwarzstraße 22
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