Sommerszene 2018: Eko Supriyanto / Ekosdance Company - Balabala (c) Widhi Cahya

Sommerszene Salzburg: 5.-16. Juni 2018

Die Sommerszene 2018 lädt vom 5. bis 16. Juni zu einem Fest der Bühnenkünste und präsentiert dreizehn Produktionen, von denen elf zum ersten Mal in Österreich zu sehen sind.

An den zwölf Festivaltagen erwartet Sie ein vielfältiges Programm: Die Dänin Mette Ingvartsen kommt mit zwei Stücken nach Salzburg. Sie eröffnet mit to come (extended) das Festival, bei dem fünfzehn TänzerInnen die Verbindungen von Sexualität, Macht und Körperpolitik auf lust- und freudvolle Weise aufzeigen. In ihrem beeindruckenden Solo 21 pornographies erkundet sie, inwieweit Pornographie unseren Alltag durchdringt.

Starke Frauen

Der indonesische Star-Choreograph Eko Supriyanto gastiert mit seinem großartigen Stück Balabala erstmals in Österreich. Darin überträgt er typisch männliches Kriegstanz-Bewegungsvokabular auf fünf Frauen. Auf eindrucksvolle Weise erzählt Balabala, was soviel wie „aufsteigen, sich erheben“ heißt, davon, was Stärke für diese Frauen bedeutet.

Ebenfalls nur Frauen stehen bei Magnificat von Marta Górnicka auf der Bühne. Die polnische Regisseurin inszeniert einen 23-köpfigen Chor, der dem traditionellen Frauenbild den Kampf ansagt. Entstanden ist eine Inszenierung des Aufbegehrens von gleichermaßen poetischer wie politischer Kraft, ein Manifest für das nach wie vor notwendige Aufbrechen von Stereotypen und Klischees, die Frauenbiographien auch heute noch beeinträchtigen.

Drei lokale Uraufführungen

Im SEAD können Sie bei 100 invasions … bodies matter den Tanz in seiner Vielfalt erleben und Nayana Keshava Bhat geht in The Inevitable Room Fragen zu Erinnerungen nach. Im partizipativen Stadterfahrungsspiel Stranger Home des Salzburger Performancekollektivs gold extra werden bei einem interaktiven Quiz und an Stationen einer „Busfahrt ohne Aussicht“ Ortskenntnisse auf den Prüfstand gestellt, um gemeinsam das Unbekannte und Unerwartete im scheinbar bestens vertrauten Stadtbild zu entdecken.

Der andere Blick

Auch bei Lookout des Briten Andy Field spielt Salzburg eine Rolle: Auf der Festung Hohensalzburg verraten Kinder ihre Wünsche an die Zukunft. Für seine aktuelle Produktion, in der jeweils ein Volksschulkind aus Salzburg und ein einzelner Festivalgast ins Gespräch über ihren gemeinsamen Lebensraum kommen, sind das reale und das utopische Potential des urbanen Raums gleichermaßen Ausgangspunkt.

Ebenfalls „kleine Wesen“ stehen bei Unforetold der Belgierin Sarah Vanhee auf der Bühne, bei dem Sie sieben Kinder in ihren Kosmos entführen. In einer Welt, die von Statements und Statistiken bestimmt ist, hat sie gemeinsam mit den „kleinen Wesen“ mittels verbaler und nonverbaler Konversationen eine neue Logik erschaffen, die sich noch nicht gänzlich vom Magischen gelöst hat.

Neue Realitäten

In Houseparty vermischen Laia Fabre & Thomas Kasebacher Realität und Fiktion auf humorvolle Weise. Ausgangspunkt ist die gleichnamige britische Fernsehshow, die eine ganze Generation von ZuschauerInnen begeisterte.

Für die Galerie FÜNFZIGZWANZIG konzipiert Georg Klüver-Pfandtner das queere Szenario (empty) space – Vom Leben, der Verzweiflung. Er schafft eine performative Installation, die PerformerInnen und ZuschauerInnen einlädt, gemeinsam ein phantastisches Endzeit-Szenario aus der fiktiven Sicht von Erdmännchen zu erleben.

Die britische Gruppe Stan’s Cafe verwandelt in ihrem umjubelten Projekt Of All The People In All The World die Kollegienkirche mit fünf Tonnen Reis in eine performative Installation. Und mit Gérald Kurdians HOT BODIES – STAND UP findet die Sommerszene mit einer gelungenen Mischung aus Musik, Text und Film zu Fragen nach sexuellen Revolutionen ihr würdiges Finale.

Karten sind erhältlich unter:

Tel.: 0043 662 843448
Mail: info@szene-salzburg.net
www.szene-salzburg.net

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